Wie konnte ich nur mit dem Joggen beginnen?

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Wie soll diese Frage nun verstanden werden? Zum einen könnte man aus dieser Frage entnehmen, dass nun eine Geschichte folgt, die davon handelt, das ich Blödmann es bereue jemals mit dem Joggen angefangen zu haben. Aber ganz ehrlich, genau das steckt natürlich nicht hinter meiner Frage.

Ich beschäftige mich schon etwas länger immer wieder damit, wie man sich selbst motiviert seine Ziele zu erreichen oder zunächst einmal auch nur diese zu verfolgen. Dazu ist es natürlich erstmal wichtig, Ziele zu haben. Zum Thema Motivation gibt es zahlreiche Bücher und Motivationstrainer. Man liest und hört viele interessantes und leicht umsetzbares, aber nahezu genau so viel uninteressantes kann man sich zu dem Thema erlesen. Bei einer Sache bin ich mir aber dennoch sicher, jeder von uns ist irgendwie ein Motivationstrainer. Vielleicht nicht immer für sich selbst, aber oft für andere. Und das grandiose dabei ist, wir merken es nicht mal.

Nun bin ich ein wenig von meiner eigentlichen Frage abgeschweift. Wie konnte ich nur mit dem Joggen beginnen? Dazu schiebe ich gleich mal eine weitere Frage nach. Warum habe ich mir all diese Belastungen und die Schmerzen angetan? Nun ja, ich habe bereits in meinem letzten Blog Beitrag geschrieben, dass ich sehr viel abgenommen habe. Genauer gesagt, ich habe über die letzten, etwas mehr als drei Jahre, knapp 51 kg abgenommen. Mein Ziel war es nie, so viel abzunehmen, denn hätte ich gesagt, ich will 51 kg abnehmen, hätte ich vermutlich schon sehr früh wieder aufgegeben, da ich ein ziemlich ungeduldiger Mensch bin und mir ganz sicher niemals drei Jahre Zeit dafür genommen hätte. Nein, mein Ziel war es, mit meinen Kindern spielen, toben, rennen und was auch immer machen zu können, ohne nach kurzer Zeit kaum noch Luft zu bekommen und zu schwitzen wie ein „Schwein“. Das eine Gewichtsreduktion noch viele andere positive Effekte mit sich bringt, brauche ich an dieser Stelle wohl nicht zu erwähnen.

Im Dezember 2012, genauer gesagt, zwischen Weihnachten und Neujahr habe ich mit meinen Töchtern auf dem Boden gesessen und wir bauten Türme aus Legosteinen. Irgendwann musste ich natürlich mal wieder hoch vom harten Fußboden. Und genau das war der Auslöser für meine Abspeckaktion. OK, noch nicht so ganz, aber bis sich meine damaligen Massen in die Höhe bewegt haben, ich sage nur „scheiß Schwerkraft“, hat das den einen oder anderen Anlauf gebraucht. Endlich oben angekommen, stand mir doch tatsächlich der Schweiß auf der Stirn. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich eh leicht angeschlagen war, ich hatte mal wieder eine mittelschwere Erkältung, die zwar am Abklingen war, aber mir nun mal noch etwas zusetzte. Wie gesagt, nun stand ich ja endlich und eine leise Stimme hat mir plötzlich geflüstert: „Jan, gehe auf direktem Weg zur Waage, schalte sie ein, stelle dich drauf und bekomme schlechte Laune“. Ich folgte den Anweisungen und wenn ich an diesen besagten Tag zurückdenke, weiß ich sofort wieder 1 zu 1 wie ich mich damals gefühlt habe, nämlich absolut schlecht!
Jetzt überlege ich gerade, ob ich mit Zahlen um mich werfen soll, aber ja, ich soll! Und zwar hat mir die Gute Waage, ich muss gestehen, ich habe sie ewig nicht mehr betreten, 143 kg angezeigt! Ja, du liest richtig, 143 kg. Auf dem Weg zur Waage habe ich natürlich geschätzt, was ich da gleich zu sehen bekommen würde. So 130 kg, vielleicht ein wenig mehr. Da hätte ich mit leben können, zumindest dachte ich das damals. Aber als ich dann das tatsächliche Ergebnis sah, bin ich fast vom Glauben abgekommen. Die Batterien der Waage mussten leer gewesen sein. Was zeigte mir einen kurzen Moment später die Waage, bestückt mir neuen Batterien, an? Richtig, genau das Gleiche! 143 kg!
Kennst du das Gefühl, du erfährst etwas und weißt nicht was du machen sollst? Du suchst panisch nach einem Ausweg, nach einer Lösung, findest aber keine. Genau in diesem Moment erging es mir so. Ich wollte sofort hungern, nichts mehr essen, nur noch Wasser trinken. Aber zum Glück habe ich mich nochmal zusammengerissen, denn Sylvester stand ja noch vor der Tür und da gab es Raclette. Ok dachte ich, das nehme ich noch mit und dann gehts an die Arbeit. Hätte der Schock mit der Waage nicht so tief gesessen, hätte ich mein Vorhaben bestimmt vergessen und mein gemütliches Leben weitergelebt. Hier ist ein Foto vom 05. Dezember 2012.

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05. Dezember 2012. Hier wusste ich in keinster Weise, wie Schwer ich doch sein würde. Und ganz ehrlich, ich habe auch gar nicht drüber nachgedacht.

Nun ja, das Jahr 2013 war da, auch schon vier Tage alt und was tat ich? Ich ging abends nach Feierabend ins Fitness-Studio. Glücklicherweise brauchte ich mich dort nicht erst noch anmelden, denn dies tat ich schon vor einigen Jahren. Also rein in die Sportklamotten und rauf auf den Crosstrainer. Instinktiv empfand ich dieses Gerät als das Richtige für mich. Ich hätte ja auch aufs Fahrrad gehen können, aber mal ganz ehrlich, mit 143 kg aufs Fahrrad und wohlmöglich auch noch strampeln? Nein nein, das hätte mein Allerwertester nicht mitgemacht. Wie gesagt, nun stand ich auf dem Crosstrainer und musste mich für eine Dauer entscheiden. Ich wollte ja wie gesagt von den Kilos runter und Geduld hatte ich wie geschrieben, ja nun auch nicht. So entschied ich mich für 30 Minuten. Leute, ich hatte damals gar keine Vorstellung, wie heftig 30 Minuten mit einem Gewicht von 143 kg auf einem Crosstrainer sein würden. Ich muss gestehen, nach 15 Minuten und schweißgebadet war ich dem Abbruch sehr nah. Aber da ertönte diese Leise Stimme wieder, die mich vor ein paar Tagen dazu animiert hat, auf die Waage zu steigen. Diesmal hat sie mich an mein Ziel erinnert. Von da an war mir klar, aufgeben kommt für mich nicht in Frage! Nach nicht mal einer Woche habe ich diese Quälerei bereits auf eine Stunde je Einheit ausgeweitet. Das folgende Foto ist am 07. Januar 2013 entstanden.

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Zu diesem Zeitpunkt habe ich über 140 kg gewogen

Wie es nach den ersten Wochen der Quälerei weiterging und wie ich denn nun tatsächlich zum Joggen gekommen bin, folgt bald.

Ein Gedanke zu „Wie konnte ich nur mit dem Joggen beginnen?

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